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Der Bundesrat hat im September 2017 den Aktionsplan Pflanzenschutzmittel verabschiedet. Mit dem Aktionsplan sollen die Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln reduziert und die Einträge in die Umwelt miniert werden. Zur Erreichung dieser Ziele hat der Bundesrat 51 Massnahmen definiert.

Einmal pro Jahr beschreiben die verantwortlichen Bundesämter für Umwelt (BAFU), Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und Landwirtschaft (BLW), das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) sowie Agroscope den Stand der Umsetzung der Massnahmen in einem Zwischenbericht. Dieser wird auf der Homepage des Aktionsplans publiziert. Zudem wird jedes Jahr an einer Tagung über die Entwicklung des Aktionsplans informiert.

Zwei Jahre nach Verabschiedung sind 16 Massnahmen eingeführt. Folgende Elemente wurden im letzten Jahr neu umgesetzt:

  • Auf offenen Ackerflächen wurden neue Beiträge für die mechanische Unkrautbekämpfung als Alternative zu den Herbiziden eingeführt.

  • Neue Gewässerschutz-Kontrollpunkte wie z.B. der Waschplatz oder die Lagerung von PSM wurden 2019 definiert. Die Kantone bereiten die Umsetzung dieser Kontrollpunkte in den regelmässigen Kontrollen vor (z.B. Schulung der Kontrolleure).

  • Die Liste der Pflanzenschutzmittel, die im Hobbybereich eingesetzt werden dürfen, wurde publiziert. Im Pflanzenschutzmittelverzeichnis sind die entsprechenden Produkte in einer zusätzlichen Spalte gekennzeichnet («nichtberufliche Verwendung»).

  • Die Plattform «PSM & Gewässer» ist seit November 2018 in Betrieb. Sie unterstützt die Beratung und erarbeitet Betriebsaudits und entsprechende Beratungsunterlagen.

  • Drei neue Ressourcenprojekte (PestiRed, PFLOPF, AquaSan) wurden gestartet, um lokal die Einträge in die Umwelt weiter zu reduzieren und Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln schneller in die Praxis einzuführen. Insgesamt laufen nun 13 Ressourcenprojekte im Bereich Pflanzenschutz. Sie sind im Zwischenbericht zur Umsetzung des Aktionsplans kurz beschrieben.

  • Zwei neue Beratungs- und fünf Forschungsprojekte im Bereich Pflanzenschutz wurden gestartet. Eine Liste mit einer kurzen Beschreibung aller Projekte ist im Zwischenbericht zu finden.

  • Das SECO hat mit der BUL/SPAA eintägige Schulungen für die Berater der kantonalen Pflanzenschutzdienste durchgeführt. Dabei wurden praktische Kenntnisse zum Anwenderschutz auf landwirtschaftlichen Betrieben vermittelt, damit diese ihr Wissen bei Beratungen an die Landwirte weitergeben können.

In den Direktzahlungen wird die Produktion mit reduziertem Pflanzenschutzmittel-Einsatz gefördert. Die neuen Beiträge für die mechanische Unkrautbekämpfung auf offenen Ackerflächen ergänzen die bestehenden Extenso-Beiträge für einen Insektizid- und Fungizid-Verzicht in Ackerkulturen und die 2018 eingeführten Beiträge in Obst, Reben und Zuckerrüben für eine Reduktion des Insektizid- und Fungizid-Einsatzes. Die Beteiligung der Landwirte an diesen Programmen steigt stetig. Heute wird 55 % der offenen Ackerfläche ohne Insektizid- und Fungizid-Behandlungen bewirtschaftet. Die Obst- und Rebfläche, die ohne Herbizide bewirtschaftet wird, konnte dank den 2018 neu eingeführten Beiträgen auf 14 % verdoppelt werden.

Um die Einträge von Pflanzenschutzmitteln in die Gewässer zu reduzieren, wurden neben den neuen Kontrollpunkten in den letzten Jahren verschiedene Massnahmen eingeführt. 2018 wurden zusätzliche Massnahmen zur Reduktion der Abschwemmung eingeführt. Die betroffenen Wirkstoffe werden bei der Zulassung bezüglich Abschwemmung neu überprüft und wenn erforderlich werden neue Anwendungsvorschriften verfügt. Die Resultate dieser Überprüfung sind auf der Homepage des BLW (Gezielte Überprüfung) zu finden. Moderne Tankinnenreinigungssysteme und der Bau konformer Waschplätze werden seit 2017 bzw. 2018 gefördert. Damit sollen Einträge in die Gewässer beim Waschen der Spritzen verhindert werden.

Mit der planmässigen Einführung der Massnahmen, ist der Aktionsplan auf Kurs. Neben der Weiterentwicklung der restlichen Massnahmen ist die Umsetzung auf den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben für die Zielerreichung des Aktionsplans elementar. Diese Umsetzung bis auf Betriebsebene erfordert Zeit und ist weiter zu unterstützen.

Jan Wäspe, BLW, Fachbereich Nachhaltiger Pflanzenschutz, jan.waespe@blw.admin.ch

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